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Christkindlmarkt

Ende Oktober bauen sie den Christkindlmarkt auf. Vollbelaubt stehen noch die Platanen im Park. Aber sie bauen den Christkindlmarkt auf. Zuerst legen sie den Holzboden über die Wiese im Park. Dann kommen die LKW mit den Hütten gefahren. Ich schaue dem Stapler zu, wie er die Gabel unter die Hütte schiebt, sie aufspießt, hochhebt, zurückschiebt, umkehrt, balanciert, absenkt, auf den Holzboden platziert, zurechtrückt, die Gabel unter der Hütte hervorzieht. „Murano Glas“ steht auf einem Holzschild auf der Holzhütte, "Aus eigener Erzeugung“. Wie geht das? Glas aus Murano, der Glasbläserinsel Italiens, eigenerzeugt von einem Holzhüttenstandler des Linzer Christkindlmarkts? Lebt der übers Jahr am Meer, um sein geblasenes Glas im Advent bei uns zu verkaufen? Oder bläst er mit der Technik aus Murano zuhause in Linz oder Leonding oder Liebenau oder sonst wo? Man muss nicht alles glauben, aber schön wird sie doch sein, die Holzhüttenwelt am Christkindlmarkt.

Werde ruhig

Lege dich einmal in der Woche auf die Erde unter einen Baum. Liege und spüre den Boden, der hart ist, und registriere, wie sich der Himmel über dir spannt. Betrachte den Baum. Betrachte, wie seine Äste sich gegen den Himmel recken, wie sie versuchen, ihn zu berühren. Und dann werde ruhig. Ruhig in deinen Beinen und ruhig in deinen Armen, ruhig im Geist. Denn: Auf der Erde liegend in die Bäume schauen, ist die beste Methode, um vollkommen ruhig zu werden.

Auf da Bühne

A Moment is schnell verflogen verblasst in da Erinnerung. Jetzt denk i ma, i stand gern wieda da droben – mit dir hinter mir. I waß, es kann ma nix passieren, denn wir zwa – wir san a Team! Und schaun a Tausende von unt nach oben, schaun auf des, was wir da tuan. I waß, es kann ma nix passieren – wir zwa san a Team. Du und i. Und damits amoi gsagt is, sag i dir, i hab di liab. Wurscht was gewesn, wurscht was uns a bliat. Du bist für mi a Kraft zum Leben. Du bist a Teil von mir. Und damits jetzt amoi gsagt is, sag i dir, i hab di liab.

vom Wachsen

Ich sehe ihr zu, wie sie wächst. Eigentlich sehe ich nichts. Das ist ja das Komische an den Blumen. Täglich sind sie größer, wenn man sie anschaut. Aber schaut man sie an, dann sind sie still. Wie grüne Statuen. Keine Knospe bricht plötzlich auf, sodass man zusehen kann mit bloßem Auge. Ja, es ist wahrlich das Komische an den Blumen, dass man nichts sieht von ihrem Wachsen. Nur irgendwann blühen sie dann.

Das erste Mal

Es ist das erste Mal. Ich schäle mich hektisch aus meinem Mantel, werfe die Stiefel in die Ecke. Gegessen wird später. Es kann nicht schnell genug gehen. Endlich läuft der PC. Jetzt kann ich schreiben. Bei dem Gedanken werde ich ruhig und behutsam lege ich meine Fingerkuppen auf die Tastatur. Tipp, tapp, tipp. Ich fange an zu tippen. Schreiben ist Meditation. Friede und Freiheit. Was bin ich froh, dass ich vorhin im Zug die Schreiblust verspürte. Zum ersten Mal seit etwa einem Jahr.

... und Pause

Wer die Gelegenheit hat, eine Pause zu machen, soll die Gelegenheit nützen und Pause machen. Nicht, dass eines Tages die Pause ungefragt jede Gelegenheit nützt. Das dachte ich, als ich heute Bananen schnitt und zu den Apfelspalten in die Schüssel kippte. Beim Frühstück überlegte ich mir, was wäre, wenn ich mein Blog stilllege. Für eine kurze Weile. Oder eine lange. Bis es mich wieder in den Finger juckt. Oder im Kopf. Ich mag das Jucken. Es fehlt mir. Darum habe ich mich entschlossen für unbestimmte Zeit nicht mehr zu bloggen. Liebe Leser und Leserinnen, danke fürs Lesen meiner Texte und Gedanken. Danke für eure Kommentare. Mit den Besuchen auf meiner Seite habt ihr mir viel Freude bereitet. Bis dann. Eure Maria

Donautanz

Vor ein paar Tagen stieg ich in mein Auto, um das zu tun, was ich jede Woche mindestens einmal tun muss, um in unserer Zeit zu überleben: Essen einkaufen. Die Bundesstraße, über die ich fuhr, hatte man vor Jahren in den Auwald geschlagen. Es ging flott voran, doch dann lichtete sich der Wald und verschwand. Mein Auto und ich rasten ins Sonnenlicht. Ich kniff die Augen zusammen. Am liebsten hätte ich angehalten. Was für ein Zauber. Über der Donau tanzten Schwaden aus Dampf.