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Posts

Handy

Eigentlich kann ich mein Handy nicht leiden. Immer erreichbar. Das ist mir zuwider. Bei den anderen ist das anders. Die will ich erwischen. Richtig Jagdfieber kriege ich, hebt einer nicht ab, als hätt´ ich einen Bock verfehlt oder so ähnlich. Hin und wieder ist Kommunikation per Mobiltelefon echt schwierig. Wie neulich, als ich von der Arbeit heimfuhr und meinen Sitznachbarn belauschte: "I hock im Zug." Pause. "Na. I hock scho im Zug." Pause. "Im Zug hock i und foahr haom."

Kornblume

Die Stirnfransen kitzeln. Ich schiebe sie aus den Augen. Sinnlos, windig wie es ist. In den letzten Wochen wurden aus Kornkammern Stoppelfelder, auf den Wiesen wächst die dritte Mahd. Dieses Feld ist anders. Ähren wogen, als hätte der Sommer erst begonnen. Dazwischen Kornblumen in sattem Blau. Es ist wie mit Menschen. Stimmt das Umfeld, kann was blühen.

Die Sekretärin im Sammelband

Gestern hab ich Post gekriegt. Von der Gemeinde Alberndorf und den Freunden zeitgenössischer Dichtung. Ich hatte Die Sekretärin beim Wettbewerb AKUT 10 eingeschickt. Dementsprechend nervös griff ich nach dem Messer, steckte es oben ins Kuvert und riss den Umschlag auf. Ich freu mich so. Meine Kurzgeschichte wird in der Alberndorfer Anthologie Nr. 4 abgedruckt, die heuer im Freya Verlag erscheint. http://www.freya.at/

Rebhuhn

Wer hat schon mal ein Rebhuhn gesehen? Fasane, die kenne ich - die Hähne orange mit weißem Halsring, unscheinbar die Hennen. Aber das Rebhuhn? Konrad lümmelt auf der Couch, während wir diskutieren. "Rebhühner", erklärt er, "sind kleiner. In Feldrainen brüten sie und auf Traktorwegen. Blöd nicht, wo dort doch der Bauer mit seinen Maschinen auf und ab fährt?" Er rappelt sich hoch, schlurft zum Bücherregal. " Brehms Tierleben , von meinem Ur-Großvater, mal sehen, was die da geschrieben haben, vor hundertdreißig Jahren oder so: Das Rebhuhn bewohnt den größten Teil von Europa . Das war mal."

Tee

Heute trinke ich Tee. Tee hat etwas Heimeliges, finde ich. Besonders gerne mag ich ihn, wenn draußen dicke Wolken hängen und Nebel aus dem Wald aufsteigt. Wie heute. Es könnte auch November sein.

Elefantenfuß

Auf dem Teich treibt ein spitzes Gehäuse. Vorsichtig greife ich danach, halte es hoch und betrachte es. Etwas Dunkles tastet sich aus der Öffnung, es erinnert mich an den plumpen Fuß eines Elefanten. Vorne, wo der Elefant Zehennägel hätte, sehe ich zwei Knubbel, daneben winzige Punkte - die Augen der Wasserschnecke. Ich wate ans Ufer und setzte das Tier im Wasser zwischen Pflanzenstängeln ab. Anmutig faltet es sich auseinander, kein bisschen hat es mehr vom dicken Elefantenfuß. Aus den Knubbeln werden Fühler, breiter und dicker, als die der Artgenossen am Land. Sie wiegen in der Strömung. Die Schnecke saugt sich am Schilf fest.