Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Herbst" werden angezeigt.

Seidenpapier

Mancher Morgen im Herbst ist so schön. Wie der heutige. Die Luft feucht, das Licht gefiltert wie durch rotes Seidenpapier. Alles im Park ist rot durchdrungen: die Rasenflächen und die Erde in den Rabatten, der Brunnen und die Steinfigur – alles, alles um mich. Woher wohl der Rotton kommt? Ich hebe den Blick, folge den Stämmen hinauf in die Kronen. Das Laub hat umgefärbt.

November an der Straße

Der Nebel drückt den Rauch zu Boden, der aus dem Schornstein quillt. Ich schnuppere in Eile, schon ist´s vergangen. Was bleibt ist der Geruch der Straße. Das Zischen luftdruckgebremster Sattelschlepper. Und die Krähe, die krächzend auf der roten Ampel thront.

Herbstkugel

Auf dem Gelände der Voest steht eine Kugel auf Stelzen aus Stahl. Die Kugel ist orange gestrichen und verglichen mit den anderen Gebäuden und Stahlkonstruktionen leuchtet die Kugel richtig grell. Jedesmal, wenn ich von der Autobahn komme, fällt sie mir auf. Jetzt leuchtet der Ahorn und ich denke an die Kugel aus Stahl.

verzaubert

Das Dunkel verzaubert. Nur von den Häusern an der Straße, kommt Licht. Licht, das in der Dunkelheit blind macht. Ich schaue weg von der Straße. So gehe ich vorwärts und sehe kaum, wo hin ich trete. Vor mir raschelt der Hund. Neben mir spüre ich die Feuchte, die aus dem Wald dringt und unter meine Haut. Plötzlich riecht es nach Nuss. Nicht nach Nussschnecken oder Nusskeksen. Es riecht nach Nusslaub, nach Suchen und Klauben im Gras, nach kalten Gummihandschuhen, ohne denen die Finger tagelang schwarz sind, weil die Schale der Nüsse im Herbst zu schwarzer Schmiere verfault. Der Hund zieht an der Leine. Ich rufe nach ihm. So gehen wir weiter im Dunkeln am Waldrand, bis mir ein neuer Geruch in die Nase steigt. Gärende Äpfel. Mir ist, als höre ich das Donnern der alten Presse, als schmecke ich den goldenen Saft, als sage meine Mutter: „Nicht zu viel Süßmost, Kind, hockst du morgen am Klo.“

Schotterstraße

Der nasse Kies unter meinen Stiefeln riecht modrig, nach Regen, nach Herbst. Ich ziehe den Reißverschluss der Jacke zu. Meine Hände vergraben sich in den Hosentaschen. Wenn ich beim Gehen die Augen schließe und die regennasse Schotterstraße ausblende, kommt mir der Sommer in den Sinn, als der Schotter nicht nach Straße und Herbst roch, sondern nach Freiheit am Baggersee.

behäbig

Ich mag es gerne, wenn der Herbst kommt. Ich mag die Behäbigkeit, die er in den Alltag bringt. Wie heute, als ich zum Spaziergang am Morgen meine Jacke auspackte, die neu ist.

Gedanken am Morgen

Die Fassaden sind in Gold getüncht. Doch das Pflaster träumt im Schatten. Die Morgensonne berührt den Boden nicht. Fröstelnd ziehe ich die Schultern hoch. Ich hätte eine Jacke anziehen sollen. Es ist Sommer und eigentlich Herbst.

Sommerblumen

Ich spaziere in der Mittagspause. Sonne, kalte Schatten und die ersten welken Blätter. Ein schöner Herbstag, denke ich noch und stutze. Munter blühen auf der Wiese zwischen grünen Halmen Sommerblumen.

Krähen

Krähen krähen. Morgens, mittags, wenn ich mich niederlege. Immer krähen Krähen. Im Garten hüpfen Krähen, im Nebel, im Regen. Vom September bis zum Frühjahr.

Herbst

Ahorn, Esche, Rosskastanie! Eure Blätter haben braune Spitzen, kaum schielt der September durch das Tor. Mir ist so schwer zu Mute. Das Tor lässt sich nicht schließen.

Herbsttag

Diesig ist´s. Doch leuchtet der Wald. CC0 Pixabay/StockSnap